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Fokus finden durch radikales Weglassen

92 % aller Neujahrsvorsätze scheitern – und selten liegt das an fehlender Disziplin. Meist behandeln wir unser Leben wie einen überfüllten Koffer, in den wir immer noch mehr hineinzwängen. Wenn du wirklich Fokus finden willst, hilft kein Hinzufügen, sondern gezieltes Weglassen.

Warum Weglassen mächtiger ist als Hinzufügen

Wir denken reflexartig in Additionen: ein neues Tool, eine zusätzliche Routine, noch ein Projekt. Das Gefühl, effizienter zu sein, täuscht häufig. Ein voller Tag mit vielen kleinen Tätigkeiten lässt allerdings nur schwer klare Gedanken zu und verhindert, dass du Fokus finden kannst. Gutes Design, so sagt man, ist weniger das Hinzufügen von Elementen als das Weglassen bis zur Essenz. Dasselbe gilt für dein Arbeitspensum und deinen Kopf.

Oosouji: Der traditionelle Frühjahrsputz als mentale Technik

Die japanische Tradition Oosouji ist mehr als Hausputz: Es geht darum, physischen und mentalen Ballast loszuwerden. Nach Feiertagen ist das eine ideale Gelegenheit, nicht nur die Wohnung, sondern auch Kalender, Postfächer und Projektlisten auszumisten. Wenn du fokussierter werden willst, starte mit einem Oosouji für deinen Alltag.

Person mit Gummihandschuhen stapelt Bücher beim Ausräumen eines Regals

Kleine Experimente statt großer Vorsätze

Große, lebensverändernde Konstrukte kollabieren oft. Mein Rat: Starte kleine Experimente, die etwas weglassen. Nicht sofort alles, sondern Schritt für Schritt. Ein Beispiel:

  • Ein Meeting pro Woche weglassen bzw. durch eine E-Mail ersetzen.
  • Aus einem oder zwei E‑Mail‑Verteilern austragen.
  • Entscheidungsbefugnisse delegieren: erhöhe das Limit einer Kollegin oder eines Kollegen.

Solche kleinen Streichungen schaffen Luft. Luft schafft Klarheit. Und Klarheit hilft dir, Fokus finden zu können.

Person sitzt am Schreibtisch, mehrere Hände zeigen auf Tablet – symbolisiert Überforderung durch zu viele Inputs

Routinen, Projekte, Zielgruppen: Wo liegt dein echter Wert?

Wenn du ein Produkt oder eine Dienstleistung anbietest: Frag dich, wofür Kundinnen und Kunden wirklich zahlen. Was ist dein Alleinstellungsmerkmal? Häufig verlieren Unternehmen und Einzelne den Fokus, weil sie zu viele Zielgruppen oder Probleme gleichzeitig ansprechen wollen. Das kostet Ressourcen und verwässert das Angebot. 

Habe immer den konkreten Nutzen für deine Hauptzielgruppe im Blick. Viele deiner aktuellen Tätigkeiten zahlen nicht wirklich darauf ein.

Drei Routinen, die du sofort schrittweise streichen kannst

Aus der Erfahrung helfen oft genau drei Schritte, um sofort mehr Raum zu gewinnen. Wir haben sie weiter oben schon kennengelernt:

  • Regelmäßige Meetings hinterfragen: Nur diejenigen behalten, die einen klaren Mehrwert durch deine Teilnahme haben.
  • CC‑Flut reduzieren: Nur im Posteingang bleiben, wenn du es wirklich lesen musst.
  • Unnötige Aufgaben delegieren: Wer kann mit einem höheren Entscheidungsrahmen ausgestattet werden?

Mit diesen drei Änderungen schaffst du Platz im Kalender – und damit die Voraussetzung, um Fokus finden zu können.

Hand setzt ein orangenes Modellhaus inmitten vieler grauer Häuser als Auswahl hervor

Schritt‑für‑Schritt‑Plan: So startest du dein Oosouji‑Experiment

  1. Wähle eine Kategorie (Meetings, E‑Mails oder Projekte).
  2. Notiere alles, was in dieser Kategorie Platz einnimmt.
  3. Markiere 20–30 % als Kandidaten zum Weglassen oder Delegieren.
  4. Starte ein zweiwöchiges Experiment mit der Änderung.
  5. Bewerte im Anschluss: Hat es zu weniger Unterbrechungen, mehr Klarheit und auch für bessere Ergebnisse gesorgt?

Wenn du Unterstützung willst

Manchmal ist das Aufräumen schwieriger als gedacht. In solchen Fällen lohnt sich ein geführter Live‑Durchgang oder eine Masterclass, in der wir gemeinsam Routinen, Postfächer und Projekte durchgehen. Wenn du das nicht allein machen möchtest: Suche dir jemanden, der dich beim Oosouji begleitet.

Fazit

Weglassen ist keine Verzichtsstrategie, sondern eine Fokussierungsstrategie. Wenn du Fokus finden willst, beginne mit kleinen Experimenten: Ein Meeting weniger, ein Verteiler weniger, eine Aufgabe delegiert. Schritt für Schritt wirst du merken, wie Raum entsteht – und mit ihm echte Produktivität.

Du bist nur noch eine Next Action vom Erfolg entfernt. Welche eine Sache streichst du heute, um morgen klarer zu denken?

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