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Die 60%-Regel gegen Prokrastination

„Das mache ich morgen“ ist ein Satz, der harmlos klingt und doch die Wurzel vieler Probleme ist. Denn leider zeigt sich was du länger als 21 Tage vor dir herschiebst, wird of gar nicht mehr gemacht. Und selbst wenn dir die konkrete Zahl 21 hier nicht auf die Goldwaage legen dürfen, haben wir ein intuitives Gefühl dafür, dass häufiger Aufschieben den schleichenden Tod für viele Aufgaben bedeutet.. Dieser Artikel zeigt dir, wie du die Illusion „das mache ich morgen“ durchbrichst. Mit einem einfachen Kalenderprinzip und etwas Verhandlungsgeschick.

Wieso morgen meistens nicht kommt

Wir neigen dazu, Verpflichtungen in der Zukunft zu verharmlosen. Eine Stunde Arbeit nächste Woche wirkt entspannter als dieselbe Stunde heute, obwohl sich an der Gesamtsituation auch nächste Woche nichts geändert haben wird. Termine, E‑Mails und Anfragen rollen weiter wie eine Walze. Weil du gerade aber nicht exakt weißt, wie voll nächster oder übernächster Woche wird, fällst du in die Falle: morgen/nächste Woche ist freier, morgen/nächste Woche ist entspannt. Dieses mentale Abwerten zukünftiger Verpflichtungen ist ein Kern der Prokrastination.

Drei Gründe, warum du etwas auf morgen verschiebst

Wenn du beim Gedanken „das mache ich morgen“ kurz innehältst, frage dich: Warum genau verschiebe ich das?

  • Begründete Verschiebung: Du hast bis morgen weitere Informationen oder bessere Ressourcen. Das ist legitime Planung.
  • Zu volle Tage / fehlender Puffer: Heute war es schlichtweg nicht möglich, weil dein Tag überfüllt ist (weil zu wenig Puffer vorgesehen waren).
  • Keine Lust: Du schiebst es auf, weil du es nicht tun willst. Das ist meist ein Zeichen, dass du die Aufgabe besser erst gar nicht erst angenommen hättest.

Die 60%-Regel: Wie du bewusst Puffer in deinen Tag bekommst

Die 60%-Regel ist simpel: Fülle deinen Tag im Vorfeld nicht komplett mit Terminen aus. Wenn Termine und Aufgaben bereits etwa 60% des Tages beanspruchen, hör auf, noch mehr hineinzuplanen. Der Rest des Tages bleibt als anonymer Block für Unvorhergesehenes frei.

Mann prüft Laptop, wirkt unschlüssig – Symbol für Entscheidung und Pufferzeit

Dieser anonyme Block kann real (als geblockte Zeit im Kalender) oder gedanklich sein. Er ist kein Freifahrtschein für Ablenkung, sondern eine bewusste Reserve: ein Raum, in dem du entscheiden kannst, ob du eine zuvor verschobene Aufgabe vorziehst oder etwas Dringenderes erledigst.

Praktische Schritte gegen Prokrastination

  1. Nutze „morgen“ als Trigger: Immer wenn du „das mache ich morgen“ sagst, halte kurz an und prüfe die drei oben genannten Gründe.
  2. Verhandle frühzeitig: Wenn du die Aufgabe ungern übernehmen willst, ziehe die Zusage zurück oder verhandle neu. Verzögerung ist oft tödlicher als klare Verweigerung (Parkinsonsches Gesetz).
  3. Kalender-Check: Wenn du heute keine Zeit hattest, schaue in den Kalender der nächsten Tage. Suche den ersten einigermaßen freien Tag und blockiere bewusst Zeit für die Aufgabe.
  4. Reserviere Herz‑Projekte: Leg feste Zeitblöcke für Dinge an, die dir wichtig sind. Wenn dein Tag insgesamt schon zu 60% voll ist, nimm die restliche Zeit als anonymen Puffer.
  5. Zieh nach vorne, wenn möglich: Wenn am nächsten Tag plötzlich Luft ist (z. B. nach 14 Uhr), nutze die Gelegenheit und erledige die verschobene Aufgabe.

Regeln, die dich vor dem Morgen‑Friedhof schützen

  • Sei beim Aufschieben ehrlich zur dir selbst beim Grund: Planung vs. Überlastung vs. Unlust.
  • Verhandle Zusagen lieber früh zurück, statt sie endlos zu verschieben.
  • Reserve ist kein Luxus. Sie ist eine Voraussetzung für konstante Produktivität.
  • Daher: Belege deinen Kalender nur 60% mit konkreten Terminen.

Fazit

Prokrastination beginnt mit kleinen Versprechen an dich selbst. Die 60%-Regel kombiniert mit bewussten Zeitblöcken und klarer Kommunikation ist ein pragmatisches Gegenmittel. Frage beim nächsten „Das mache ich morgen“ nach dem Warum, verhandle ungeeignete Zusagen neu und sorge dafür, dass dein Kalender echte Puffer hat. Dann landet weniger auf dem „Morgen‑Friedhof“ — und du hast wieder Kontrolle über deine Zeit.

Merke: Wenn deine Next Action keine Zeit hat, braucht dein Kalender mehr Puffer.

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